Seit Jahren
nehmen die Befürchtungen zu, durch Nebenwirkungen von Medikamenten
Gesundheitsschäden zu erleiden.
Neben dem
Gebrauch von Fertigtees gibt es die Möglichkeit, Tees individuell auf
das jeweilige Krankheitsbild zuzuschneiden. Es hat sich gezeigt, dass
durch die gegenseitige Ergänzung mehrerer ähnlich wirkender Drogen
eine verstärkte Wirkung erzielt werden kann, wenn die richtige Mischung
angewendet wird.
Es gibt für
die verschiedensten Indikationsgebiete zahlreiche Heilpflanzen, die auch
einzeln wirksam sind. Von ihren Wirkstoffen her sind sie sich sehr ähnlich,
doch nicht völlig gleich. Mischt man diese Drogen untereinander, kommen
folglich unterschiedlich heilende Stoffe zur Wirkung, die - richtig
ausgewählt - einander ergänzen, ja sogar verstärken.
Auf diese
Weise kann man auf die unterschiedlichsten Beschwerden Rücksicht
nehmen und durch gezielte Auswahl der einzelnen Heilpflanzen
das individuelle Teerezept finden.
Sollten sich
Ihre Beschwerden verschlimmern oder innerhalb drei Tagen nicht bessern,
fragen Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker um Rat. Tees sind kein
Allheilmittel. Sie ersetzen eine notwendige ärztliche Behandlung nicht.
Heilpflanzen
sind wirksame Arzneimittel. Sie entfalten ihre spezielle Wirkung auf die
verschiedensten Zell -, Gewebs- und Organsysteme. Dabei zeigt sich, dass
manche Pflanzen eine außerordentliche große, aber ziemlich allgemeine,
andere hingegen eine sehr kleine, dafür aber auf ganz spezielle Wirkung
abgestellte Einflussbreite besitzen.
Während des
Wachstums der Pflanze werden in ihren Zellen die verschiedensten Stoffe
gebildet, die entweder im Zellsaft gelöst bleiben oder in den
Pflanzenzellen abgelagert werden. Dies geschieht natürlich zum Nutzen
der Pflanze, viele dieser Stoffe nützen aber auch dem menschlichen
Organismus.
Diese Stoffe
sind so geschaffen, dass sie Krankheiten heilen, Beschwerden lindern und
auch vorbeugend wirken, weil sie in das krankhafte Geschehen des
Stoffwechsels aktiv eingreifen.
Man erntet
die Pflanzenteile, in denen die wirksamen Stoffe in möglichst großen
Mengen vorhanden sind. Getrocknet werden sie zu Drogen, aus denen man
durch Ausziehen mit Wasser - heiß oder kalt - einen Tee bereiten kann.
Der aus
Drogen bereitete Tee enthält die wasserlöslichen Wirkstoffe der
Heilpflanze und zusätzlich viele Stoffe, die man als Ballaststoffe
bezeichnet. Das Vorhandensein dieser Begleitstoffe ist wichtig, da sie
meistens an der Wirkung eines Tees mitbeteiligt sind.
Die optimale
Wirksamkeit eines Tees ist, wie die anderer Arzneimittel, abhängig von
der richtigen und regelmäßigen Anwendung sowie der richtigen
Dosierung. Es ist nicht einerlei, ob mit kaltem Wasser übergossen, oder
bis zum Sieden erhitzt und abgeseiht wird. Auch die Zeitangaben für die
Dauer des Auszugs sind wichtig. Sie hängen weitgehendst von der
Beschaffenheit der Drogen ab.
Hinweise auf
die Trinktemperatur, die Art und Weise des Teetrinkens, schluckweise
oder über den Tag verteilt sind ebenso wichtig, wie die Wahl des Süßmittels
(Honig, brauner Kandiszucker, Süßstoff), weil alles zusammen die
Wirkung es Tees beeinflusst.
Es ist sehr
wichtig, sich klarzumachen, dass der Tee aus Heilpflanzen kein Getränk
ist, sondern eine hochwirksame Arznei.
Je nach Art
der Pflanze und deren wirksamer Bestandteile muss ein Tee entsprechend
zubereitet werden. Wenn die wirksamen Bestandteile einer Pflanze erst
durch Kochen frei gemacht werden, hat es keinen Sinn, sie nur mit warmen
Wasser aufzugießen, oder wenn der Wirkstoff einer Pflanze leicht flüchtiges ist, wäre es unsinnig, dieselbe zu kochen.
Folgende
Zubereitungsarten können angewendet werden:
Diese
Zubereitungsart eignet sich vor allem bei schleimreichen Drogen oder
wenn man flüchtige Stoffe erhalten und andere Substanzen nur mild zur
Wirkung kommen lassen will.
In ein
Porzellangefäß gibt man die Kräuter, die etwa doppelt soviel sein müssen,
als man für einen Aufguss braucht. Nun gibt man ¼ Liter kaltes Wasser
dazu. Das Ganze lässt man 3 bis 5 Stunden unter Umrühren bei
einer Zimmertemperatur von 15-20 Grad zugedeckt stehen. Anschließend
gießt man den Auszug ab, wobei man den Rückstand jedoch nicht ausgepresst,
und trinkt den Auszug nach Vorschrift.
Wenn zarte
Pflanzenteile wie Blütensamen oder Blätter zum Tee verwendet werden
oder wenn es gilt, flüchtige Wirkstoffe wie zum Beispiel ätherische Öle
oder Vitamine zu erhalten, wird ein Aufguss hergestellt. Er wird
zubereitet, indem man in ein Porzellangefäß mit Deckel die
vorgeschriebene Kräutermenge gibt, die erforderliche Menge kochendes
Wasser darüber gießt und das Ganze 10-15 Minuten ziehen lässt.
Anschließend wird der Aufguss durch ein Sieb abgegossen und ist dann
gebrauchsfertig.
Diese
Zubereitungsart wird meistens bei Wurzeln, Hölzern oder Rinden
verwendet. Es kommt dabei fast immer darauf an, Bitterstoffe
, Mineralsalze oder schwer lösliche
Stoffe auszulösen. Die vorgeschriebene Teemenge wird mit ¾ Liter
kaltem Wasser verrührt und anschließend 5 Minuten lang gekocht. Man lässt
dann 5 Minuten ziehen und seiht den fertigen Tee durch ein Sieb ab.
Teemischungen
süßt man mit etwas braunem Zucker oder einem Teelöffel Honig. Oft ist
jedoch in der Teemischung bereits eine geschmacksverbessernde Droge
enthalten, so dass ein Süßen überflüssig wird.
Wenn in der
Rezeptur nicht anders angegeben, gilt als Norm ein Teelöffel der
Drogenmischung auf 1 Tasse Wasser oder 6 Esslöffel auf 1 Liter Wasser.
Sofern keine
ausdrücklichen Einnahmezeiten angegeben sind, wird der Tee am zweckmäßigsten
nüchtern getrunken, also vor dem Frühstück, nachmittags vor dem Essen
und abends vor dem Zubettgehen.
Schleimlösende
Tees und Hustentees trinkt man in kleinen Mengen so heiß wie möglich,
schweißtreibende Tees trinkt man am besten bereits im Bett und möglichst
heiß, während man Magenberuhigungstees nur lauwarm und in kleinen
Portionen schluckweise verteilt auf den Tag trinkt.
Alle in diesem Buch empfohlenen Heilpflanzenanwendungen, ob als
Einzelpflanze oder als Drogenmischung (Tee), sollten nicht länger als
6-8 Wochen angewendet werden. Nach dieser Zeit legt man eine Pause von
2-4 Wochen ein. Unter Umständen sollte man prüfen, ob nicht die
Art und Dosis der Heilpflanze geändert werden muss. Da einige Heilpflanzen Fehlgeburten verursachen können, sollten
Schwangere
selbstzubereitete
Heiltees nur nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt anwenden.
Bei
Fertigtees beachten Sie bitte den Beipackzettel.